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Akustisches Stressmanagement

Betrachten wir Merkmale des heutigen Wirtschaftsmarktes, so erkennen wir insgesamt einen zunehmenden Leistungsdruck und vermehrte Anforderungen an hohe persönliche Einsatzbereitschaft. Solche Leistungsanforderungen oder andere starke berufliche Belastungen führen bei mangelndem Ausgleich häufig zu Erschöpfungssyndromen wie Nervosität, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Herabsetzung der Aufmerksamkeitsleistung bis hin zu psychosomatischen Beschwerden (z.B. Herz-Kreislauf-Systems, Ohrgeräusche, Appetitstörungen, Magenprobleme, Migräne). Unser Lebensrhythmus gerät aus dem Gleichmaß; Schwierigkeiten im beruflichen und gesellschaftlichen Leben können daraus resultieren.

Verständlicherweise häufen sich bei Betroffenen die Bedürfnisse nach Entspannungsmöglichkeiten, Stressabbau, Möglichkeiten der Abgrenzung, besserer Gestaltung der sozialen Kontakte usw.

Dass nun Musik in diesem Zusammenhang einen Einfluss auf unsere emotionale Befindlichkeit hat und simultan eine Wirkung auf unser Zentrales Nervensystem (Herz-Kreislauf-System, Atmung...) ausübt, ist mehrfach aus musik- und neurowissenschaftlicher Richtung belegt worden. Grundlegende Erfahrungen hat jedoch schon jeder mit ihr gemacht - bewusst oder unbewusst:

Ausgehend von der Tatsache, dass akustische Phänomene uns auch im Alltag umgeben, können wir erkennen, dass Klänge, Töne und Geräusche schon vor unserer Geburt unser Dasein beeinflussten (intrauterine Erlebnisse) und uns vom Zeitpunkt unseres ersten Atemzuges an begleiteten und prägten (soziokultureller Aspekt). Aufgrund der alltäglichen Erfahrung sind uns also Klänge und Töne immanent, was bedingt, dass wir eine hohe Affinität zu akustischen Phänomenen haben.

Denken Sie doch einfach einmal an ihre Reaktionen bei einem einfahrenden Zug mit quietschenden Bremsen oder im Gegensatz dazu bei Meeresrauschen mit Möwengekreische. Wie reagieren sie gefühlsmäßig, wie verändern sich jeweils Herzschlag und Atmung? "Musikalisch sein" oder nicht spielt dabei keine Rolle.

Im Hinblick auf unsere Ansprechbarkeit auf akustische Phänomene kann Musik auf unterschiedliche Art und Weise genutzt werden, um unsere aktuellen Bedürfnisse aufzugreifen. Einzelne musikalische Parameter (Rhythmus, Tempo, Melodie, Harmonie, Tonhöhe, Lautstärke....) bewirken je nach Einsatz, im Einzelnen oder in der Zusammenfügung -sei es als simpler Rhythmus oder Ton, als einfache Melodie oder als komplexes musikalisches Werk-, selbst erzeugt oder hörend sowohl emotionale als auch physiologische Assoziationsreaktionen, mit denen wir unserem leistungsgeprägten alltäglichen Befinden begegnen und entgegenwirken können.

Fragen nach Entspannung, Ausgleich, nach eigenen Belastungsgrenzen, nach Verhaltens-, Interaktions- und Austauschmöglichkeiten sollen Antworten finden können. Dabei soll primär der unterstützende Aspekt von Klängen wirken, um innerhalb des musikalischen Geschehens verstärkt auf der Ebene der Selbst- und Fremdwahrnehmung eine verbesserte Einsicht in die eigene Befindlichkeit zu bekommen. Unsere damit einhergehenden Reaktionen und Verhaltenweisen werden betrachtet und dabei das Bewusstsein erlangt, selbst Veränderungen herbeiführen zu können.

Das Angebot findet in Gruppenform statt. Hierbei wird das individuelle Erleben in vorausgehenden als auch dem musikalischen Erleben nachfolgenden Gesprächen aufgegriffen und ausgetauscht. Einzelkontakte darüber hinaus sind möglich.